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Praxis-Tipps

So werden Kinder fit für den Straßenverkehr

Astrid Wolf

Wie können Kinder sicheres Verhalten im Straßenverkehr am besten lernen? Die Redaktion des Bremer ADFC-Magazin pedal (Ausgabe 1/2008) befragte dazu Astrid Wolf, Ergotherapeutin und Mutter zweier radelnder Kinder.
 
pedal: Wie können Kinder sicheres Radfahren im Verkehr lernen?

Astrid Wolf: Vom Bewegungsablauf her können heute schon viele Kinder mit drei Jahren Fahrrad fahren. Da beherrschen sie ihr Rad aber noch gar nicht. Sie können noch nicht anderen Leuten ausweichen, gezielt bremsen, Entfernungen abschätzen und ihr Verhalten anpassen. Das lernen sie erst durch Versuch und Irrtum und durch Nachahmung. Es ist eine nötige Entwicklungsphase, die einen besonderen Raum benötigt. Einen verkehrsarmen, wohnortnahen Raum, wie Spielplätze, Parks, Spielstraßen oder auch der leere Parkplatz vor dem Supermarkt am Wochenende.

pedal: Und wann geht es in den Straßenverkehr?

Astrid Wolf: Mit ungefähr sechs Jahren können Kinder sich sicher im Straßenverkehr in Begleitung eines Erwachsenen mit dem Rad fortbewegen. Vorausgesetzt, sie hatten ausreichend Gelegenheiten, in Schonräumen zu üben und als Mitradler den Verkehr und seine Regeln kennen zu lernen. Umsichtige selbst radelnde Eltern entwickeln ein Gespür dafür, wann sie ihrem Kind mehr zutrauen können und lassen dies Schritt für Schritt zu. Dabei sollte bedacht werden, dass die Wahrnehmungs- und Reaktionsleistungen der Kinder immer noch nicht mit denen der Erwachsenen zu vergleichen sind. Weil Kinder körperlich kleiner sind, können sie nicht über Autos hinweg sehen; auch Entfernungen und Geschwindigkeiten einzuschätzen fällt ihnen noch schwer. Dazu bedarf es weiterer Übung – am besten in einem Raum mit Verkehrsteilnehmern, die Rücksicht auf Kinder nehmen und langsam fahren, größeren Abstand halten und jederzeit mit einer spontanen Reaktion des Kindes rechnen.

pedal: Hast du einen speziellen Tipp zum Radfahren für Familien?

Astrid Wolf: Zum Beispiel das „Follow-me“. Das ist eine Tandem-Kupplung, mit der man ein Kinderfahrrad sicher und schnell an ein Erwachsenenrad ankuppeln kann. Der Vorteil ist, dass Erwachsene und Kinder gemeinsam größere Distanzen und Steigungen zurücklegen können. Die Kinder haben die Möglichkeit in verkehrsberuhigten Gegenden, zum Beispiel in Parks, selbstständig zu fahren. Wenn sie zu müde sind oder der Verkehr sie überfordert, werden sie schnell wieder angekuppelt und von einem Erwachsenen gezogen. In ihrer Rolle als Beifahrer sammeln sie wertvolle Erfahrungen, die ihr späteres Verkehrsverhalten prägen.


Die Tandem-Kupplung im Einsatz bei Familie Wolf (Foto: J. Lehmkühler)


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