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Slowenien:
Kurzinformation für die Radtour

Zuletzt geändert am: 24.05.2016

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Inhaltsverzeichnis:


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Schwalbe.

Landeskunde für Radler

Slowenien ist mit 20.273 qkm Fläche ein kleines Land. Es ist gerade mal halb so groß wie die Schweiz und nicht einmal ein Viertel so groß wie Österreich. Es liegt am Südostrand der Alpen und grenzt im Norden an Österreich, im Westen an Italien, im Nordosten an Ungarn und im Osten und Süden an Kroatien.

Das Land besteht in weiten Teilen aus Gebirge (Alpen, Alpenvorland, Hügelland, Karst). 90 % der Landesfläche sind über 300 m hoch. Höchster Berg ist der Triglav in den Julischen Alpen mit 2.864 m.

Fast 60% der Landesfläche ist von Wäldern bedeckt. Nur drei Länder sind in Europa noch stärker bewaldet. In den slowenischen Wäldern sind sogar Wölfe, Wildkatzen und Braunbären (!) zu Hause.

Den Nordwesten nimmt alpines Hochgebirge ein: die Julier, die Karawanken und Kamniker & Savinjer Alpen. Im Nordosten bestimmen Mittelgebirge und Hügelregionen die Szenerie. Dort gibt es aber auch mehrere Flussebenen/breite Flusstäler (Savinja westlich von Celje, Drava südöstlich von Maribor, Mura südöstlich von Gornja Radgona). Der Süden besteht zu großen Teilen aus Karst. Im äußersten Südwesten besitzt das Land schließlich noch einen kleinen 46 km langen Küstenstreifen an der Adria, direkt dahinter steigt der Karst auf.

Slowenien ist für seine außerordentliche Vielfalt von Landschaften auf flächenmäßig engem Raum bekannt. Dem entspricht eine enorme Biodiversität. 36% der Landesfläche stehen unter Naturschutz (Deutschland 16%). Hier werden 312 Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Das Land hat rund  2 Mio. Einwohner (1.7.2015). Folglich ist es mit 102 Personen pro qkm nur dünn besiedelt. Es gibt keine wirklich große Stadt. Auch die Hauptstadt Ljubljana hat lediglich ca. 280.000 Einw. Ansonsten erreicht nur noch Maribor ca. 100.000 Einw.  Fünf Städte liegen in der mittleren Größenordnung von 23.000 bis 60.000 Einw.: Celje, Kranj, Velenje, Koper und Novo Mesto. Alle übrigen Orte haben kleinstädtischen oder dörflichen Charakter.  

Slowenien befand sich über 600 Jahre unter der Herrschaft der Habsburger. Es gehörte zu den wirtschaftlich zurückgebliebenen Regionen des Vielvölkerstaates. Als die K- und K-Monarchie Österreich-Ungarn (auch Völkergefängnis genannt) nach dem 1.Weltkrieg auseinanderbrach und eine Reihe unabhängiger Staaten entstanden, wurde Slowenien Teil des neugegründeten südslawischen Staates der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat/Monarchie), der ab 1929 Jugoslawien hieß. In diesem von zahlreichen Ethnien bewohnten Armenhaus Europas war Slowenien die wirtschaftlich am höchsten entwickelte Region – deutlich vor Serbien und Kroatien, ganz weit vor Bosnien-Herzegovina, Mazedonien und Kosovo.

1941 wurde das Land von Hitlerdeutschland und Mussoliniitalien überfallen und besetzt. Nach einem langen opferreichen Widerstand konnten kommunistisch dominierte Partisanen unter Tito 1945 kurz vor Ende des 2. Weltkrieges die Besatzer schließlich vertreiben und die Macht übernehmen. Nach einer kurzen stalinistischen Phase kam es 1948 zum Konflikt mit der verbündeten Sowjetunion. Danach ging Jugoslawien einen eigenen Weg, die Kollektivierung der Landwirtschaft wurde wieder rückgängig gemacht und die zentrale Wirtschaftsplanung allmählich aufgelöst. Ökonomisch wurde in der Folgezeit ein Arbeiterselbstverwaltungs-Sozialismus aufgebaut, ein Projekt für das es historisch kein Vorbild gab und das sich als schwierig erwies. Politisch blieb der föderalistisch strukturierte Staat (6 teilautonome Republiken) weiter unter der Alleinherrschaft der kommunistischen Partei, die sich zunächst KPJ/Kommunistische Partei Jugoslawiens und später BdKJ/Bund der Kommunisten Jugoslawiens nannte.  Nach außen  schloss man sich jenseits von Ost und West dem Verbund der Blockfreien an, zu dem u.a. Indien und Ägypten gehörten.

Nach anfänglichen wirtschaftlichen Erfolgen geriet das Land Anfang der 1980er Jahre in eine tiefe ökonomische Krise (Rückgang des BIP, hohe Inflation, hohe Auslandsschulden). Das erschütterte das Wirtschaftssystem. Gleichzeitig wuchsen in den Teilrepubliken nationalistische/separatistische Bewegungen, die die staatliche Unabhängigkeit anstrebten. Außerdem bildeten sich Parteien unterschiedlicher Couleur, die die Alleinherrschaft des BdKJ infrage stellten. Ab 1991 entlud sich dieses Pulverfass. Slowenien kam am schnellsten und mit den geringsten Verlusten (kein Nato-Bombardement!) aus dem verfallenden Staatsgebilde. Nach nur 10 Tagen zog sich die jugoslawische Bundesarmee erfolglos zurück und akzeptierte die staatliche Unabhängigkeit, die am 14.6.1991 ausgerufen wurde. Damit war Slowenien zum ersten Mal in seiner Geschichte ein eigener Staat. Zwischen den anderen Teilrepubliken wurden dagegen mehrjährige schreckliche Kriege um die territoriale Aufteilung geführt.

Im unabhängigen Staat Slowenien kam es von Beginn an zu tiefgreifenden Veränderungen: die Einparteienherrschaft wurde durch die politische Demokratie mit Mehrparteiensystem  abgelöst und an die Stelle des Arbeiterselbstverwaltungs-Sozialismus trat die Kapitalistische Marktwirtschaft. Die junge Alpenrepublik wurde 2004 in die EU aufgenommen und gehört seit 2007 auch der Eurozone an.

Slowenien hat sich wirtschaftlich fast im Mittelfeld der EU etabliert. Das Pro-Kopf-Einkommen und die Arbeitsproduktivität (über 80% des EU-Durchschnitts) sind höher als in Portugal und Griechenland und in allen östlichen EU-Ländern.

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