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GPS-Geräte und Smartphones

Qual der Wahl

Fahrradfahrer mit GPS

Es gibt verschiedene GPS-Geräteklassen, die sich vor allem durch Ausstattungsmerkmale unterscheiden. Auf den Internetseiten der Anbieter finden Sie eine Vielzahl ähnlicher Geräte.

Für PC-Ungeübte: Komfort-Navis
Es ist fast schon wie bei einem Kfz-Navi: auspacken, einschalten, Adresse eingeben und losfahren. Das Gerät rechnet eine Rad- oder Wanderstrecke aus.

In der Regel kann man vorher wählen, ob die Strecke kurz, flach oder sportlich sein soll und welche Art des Wegs – Straße, Rad- oder Wanderwege – bevorzugt oder gemieden werden sollen.

GPS Komfort NaviFür eine passende Routenführung haben einige GPS-Geräte wie Falk Ibex/Lux oder Garmin-Geräte mit der Topo-Deutschland-Karte das Radrouten-Netz aus dem ADFC-Tourenportal integriert. Einige Geräte bieten gleich mehrere Streckenvorschläge an und können Rundtouren berechnen.
Bild: Komfortnavi mit Sprachansage und ADFC-Strecken: Falk Ibex 32

Die Strecke wird als farbige Linie auf der Karte angezeigt, das Höhenprofil lässt sich einblenden, um den nächsten Anstieg einzuschätzen. Richtungspfeile, Töne oder sogar Sprachanweisungen (bei Falk) kündigen Abbiegungen an. Macht man einen Abstecher oder fährt man falsch, berechnet das Gerät schnell die Strecke neu.

Die automatisch berechneten Strecken sind nicht unbedingt die besten und schönsten! Aber es funktioniert schnell und bequem. Für den Weg zurück oder eine Strecke quer durch die Stadt, ist die Funktion durchaus brauchbar.

Auch am PC geplante Touren können auf Komfort-Navis geladen werden.

GPS Teasi One 2

Typische Vertreter der Komfort-Navis sind Teasi (www.teasi.eu), Falk (www.falk-outdoor.com) und Mio (www.mio.com). Die Falk-Geräte besitzen Sprachausgabe und einen Reiseführer.


Bild: Preiswertes Freizeitnavi: TeasiOne2


Für Tourentüftler: Planungs-Navis
Wer gerne selbst Touren plant und dem Computer nicht abgeneigt ist, der kann sich in dieser Navi-Gruppe umsehen. Die Geräte von Herstellern wie Garmin, (www.Garmin.de), TwoNav (www.compegps.de) und Satmap (www.satmap.com) benötigen etwas mehr Einarbeitungszeit. Sie bieten meistens keine Sprachausgabe, aber zahlreiche Möglichkeiten zur Planung, Kartendarstellung und Navigation. Neben dem Tourenverlauf können auch Einzelziele wie Wegpunkte sehr gut verarbeitet werden.

Die Karten sind teilweise kostenlos – insbesondere für Garmin-Geräte stehen zahlreiche Varianten im Internet bereit. Stammen die Karten von Qualitätsanbietern wie Landesvermessungsämtern oder Alpenvereine, wird ein entsprechender Preis dafür fällig. In der Regel sind diese aber immer noch deutlich preiswerter als die entsprechenden Papierkarten-Varianten.

Die Tourenplanung erfolgt auf dem PC oder im Internet mit spezieller Software – dafür muss man eine gewisse Einarbeitungsphase einplanen, dann aber erfüllen diese Geräte sämtliche Tourenwünsche und leiten exakt bis in den hintersten Winkel der Erde.

GPS Garmin Oregon600

Viele Garmin-Geräte unterscheiden sich kaum bei den Funktionen, aber in Größe, Gewicht und bei der Bedienung: Ob es ein leichtes Gerät wie eTrex oder Dakota sein soll, lieber ein Allround-Gerät wie Oregon, GPSMap 64 oder ob das Gerät ein möglichst großes Display wie das Montana oder Monterra haben soll oder ob es über Tasten oder einen Touchscreen bedient wird – das ist eine Frage des individuellen Geschmacks.
Bild:
Allrounder mit tollem Display: Garmin Oregon 600

Für Outdoor-Athleten: Sport-Navis
Wer Sport treibt, möchte gerne seine Trainingsdaten sehen, vergleichen und dokumentieren. Sport-Navis ergänzen die GPS-Messungen durch Werte von externen Sensoren durch Brustgurte oder Trittfrequenzmesser. So können sie von der Herzfrequenzmessung bis zur professionellen Leistungsanalyse eingesetzt werden. Die Trainingsplanung und Auswertung erfolgt mit speziellen PC-Programmen oder Internetportalen wie Garmin connect oder Sigma Data Center.

GPS SportnaviIhre Navigationsfähigkeiten sind sehr unterschiedlich. Während Garmins Edge 810 oder Edge 1000 und der Falk Pantera als vollwertige Touren-Navis eingesetzt werden können, ist die Navigation bei Sigma Rox 10 GPS (www.sigmasport.com) und O-synce Navi2coach (www.o-synce.com) eher eine Hilfsfunktion. Den Streckenverlauf zeigen sie nur als einfache Linie ohne Kartenhintergrund auf dem Display an – die Navigation funktioniert aber.

Bild: Profisportler, voll tourentauglich: Garmin Edge 1000

Immer dabei: das Smartphone
Smartphones haben fast immer einen GPS-Empfänger. Ihre Empfangsqualität kommt der der GPS-Geräte teilweise recht nahe. Allerdings sind Smartphones meistens nicht für den Einsatz am Fahrradlenker konzipiert und weniger robust als GPS-Geräte. Ihr Display ist im Sonnenlicht in der Regel schlechter zu lesen und der Akku macht im GPS-Betrieb schon nach wenigen Stunden schlapp. Schutzhüllen, Akkupacks und Ladeschaltungen ermöglichen den Lenkereinsatz, machen den Betrieb aber aufwändiger.

Apps – also die Software für Smartphones – stehen kostenlos oder preisgünstig zur Verfügung, oft auch mit Karten für die Outdoor-Navigation. Die Navigation funktioniert in der Regel sehr gut in Gebieten mit guter Mobilfunk-Abdeckung. Ohne Netz kann kaum ein Smartphone Strecken unterwegs ausrechnen (Routing).

Spätestens für den Auslandsbetrieb (zur Vermeidung von Roaming-Kosten) sollten Karten und Strecken für den Offline-Gebrauch im Gerät gespeichert werden. Dies kann deutlich komplexer sein als bei den üblichen GPS-Geräten und sollte unbedingt vor der Urlaubstour ausprobiert werden.

Andererseits bieten Smartphones faszinierende Möglichkeiten durch ihre vielfältigen Kartendarstellungen und den Zugriff aufs Internet. Wie groß ein Smartphone sein sollte, ist Geschmackssache. Es sollte auf jeden Fall ausreichend Speicherplatz (32 oder 64 GB) haben. Wer sein Smartphone häufig am Lenker nutzen möchte, sollte ein witterungsgeschütztes Modell wie Samsung Galaxy S5, Sony Xperia Z-Serie oder CAT B15 wählen.

Wer lieber ein Tablet nutzen möchte, sollte darauf achten, dass ein GPS- oder Mobilfunkchip (SIM-Karte) nicht fehlt. Auch bei den Tablets gilt: Viel Speicherplatz muss sein. Witterungsgeschützte Modelle sind eher selten (Sony Xperia Z, Panasonic Toughpad).

Smartphone-Apps: welche darf es sein?
Die Auswahl einer geeigneten App für die Smartphone-Navigation ist noch schwieriger als ein geeignetes GPS-Gerät zu finden – es gibt einfach zu viele. Eine Tour aufzeichnen können sie fast alle, aber schon das Laden einer extern geplanten Tour als GPX-Datei ist oft gewöhnungsbedürftig. Die hier aufgeführten Apps haben sehr unterschiedliche Schwerpunkte – von der einfachen Online-App, die einen nach Hause führt, bis zur komplexen Kartographie-App, die eigene gescannte Karten darstellen kann. Viele Radroutenplaner und Tourenportale sind auch als Apps erhältlich.

1) Ausflugs-Apps
Wer unterwegs Strecken von A nach B, eine Rundtour oder den Weg nach Hause ausrechnen möchte, dem helfen Ausflugs-Apps. Sie ermöglichen meist keinen Import von GPX-Dateien, das Nachfahren extern geplanter Touren ist also nicht oder nur mit großem Aufwand möglich. Der Download von Offline-Karten ist teilweise machbar, aber oft umständlich oder verlangt viel Speicherplatz. Ausflugs-Apps funktionieren nur mit Mobilfunkverbindung sinnvoll.

2) Tourenguides
Wer schnell und einfach komplette Tourenvorschläge sucht, ist hier richtig. Diese Apps dienen vielfach als mobiler Arm von meist gleichnamigen Internet-Tourenportalen. Der Download von Offline-Karten ist teilweise möglich, benötigen aber viel Speicherplatz. Die Karten sind meist nur für kleinere Regionen praktikabel (outdooractive, aus als kostenlose Basisversion erhältlich) oder kosten pro Kartenregion (Kompass).

3) Kartenspezialisten
Ihr Schwerpunkt liegt weniger im direkten Zugriff auf Touren, sondern in der Navigation mit Karten. Die Karten kosten Geld, sind aber qualitativ meist sehr gut und auch für europäische Regionen erhältlich. Sie lassen sich offline herunterladen. Trackaufzeichnung und GPX-Import sind möglich, aber die Navigationsfunktionen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wer zum Beispiel MagicMaps- oder Kompass-Karten auf dem PC nutzt, sollte die zugehörige App wählen. Ansonsten sollte das Kartenangebot für das gewünschte Reiseland entscheiden.

4) Alleskönner
Die mächtigen Planungs- und Navigationswerkzeuge sind nichts für Anfänger, erfordern viel Einarbeitungszeit und sind vorwiegend für Android-Smartphones erhältlich. Offline-Karten sind meist verfügbar, aber nicht immer mit Fahrrad-Routing. Kombiniert mit der App BRouter werden auch Locus Pro oder Oruxmaps-Karten offline routingfähig. Manche Apps wie Locus Pro und Bike Computer Pro unterstützen auch den barometrischen Sensor des Smartphones – für deutlich exaktere Höhenmessungen.

Wer QuoVadis- oder CompeGPSLand auf dem PC nutzt, sollte die zugehörige App wählen. Wer ein Offline-Routing braucht, nimmt OsmAND+, wer gerne mit unterschiedlichen (Raster)Karten, Tracks, und Wegpunkten arbeitet, Locus oder Orux. BikeComputer Pro hat weniger Kartenfunktionen, kann aber auch als Sport-Navi dienen.

5) Sport-Apps
Strava (www.strava.com, iOS, Android) und Runtastic (www.runtastic.com, iOS, Android, Windows Phone) sind typische Vertreter von Sport-Apps. Hier geht es nicht primär um Offline-Karten oder um Navigation, sondern um Leistungsmessung mit angeschlossenen Bluetooth Smart-Sensoren (Herzfrequenzmesser, Geschwindigkeitssensoren usw.), Dokumentation, Auswertung und den Wettbewerb mit anderen Sportlern über Internet-Portale und Communities.

Mehr zu Smartphone-Apps im neuen Buch „GPS für Biker“ von Thomas Froitzheim, ab Juli 2015 beim Bruckmann-Verlag erhältlich.

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