Gemeinsame Pressekonferenz von ADFC und Bundesverkehrministerium zum ADFC-Fahrradklima-Test 2022.

Gemeinsame Pressekonferenz von ADFC und Bundesverkehrministerium zum ADFC-Fahrradklima-Test 2022. © ADFC/Dirk Deckbar

ADFC-Fahrradklima-Test 2022: Die Ergebnisse

Der ADFC-Fahrradklima-Test 2022 fragt nach, wie zufrieden Radfahrende vor Ort mit ihrer Situation sind. Das Ergebnis: In Deutschland ist das Klima fürs Fahrrad nur ausreichend. Mit einer Gesamtnote von 3,96 verschlechtert es sich leicht (2020:3,93).

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Umfragen zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit und wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Er fand 2022 zum zehnten Mal statt.

Rund 245.000 Menschen (2020: 230.000) haben sich an der Umfrage beteiligt und dabei 1.114 Städte und Gemeinden bewertet (2020: 1.024; 2018: 683). Damit liegen für 65 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nun Angaben zur Fahrradfreundlichkeit ihrer Wohnorte vor. Alle bewerteten Orte zusammen repräsentieren rund 54 Millionen Menschen im Land.

Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer:innen nutzen sowohl das Fahrrad als auch das Auto, kennen also nicht nur die Perspektive als Radfahrende. Sie sind viel mit dem Rad unterwegs und kennen die Infrastruktur vor Ort gut. Über 90 Prozent fahren mindestens einmal die Woche Rad. 63 Prozent sind sogar (fast) täglich mit ihm unterwegs.

 

Großstädte leicht im Aufwind

Leichte Verbesserungen bei der Durchschnittsnote gab es für die Ortgrößenklasse über 500.000 Einwohner:innen. Hier bewerteten die Teilnehmer:innen positiv, dass die Fahrradförderung in jüngster Zeit zugenommen hat. Auch das Angebot von öffentlichen Leihrädern und mehr Fahrradparkplätze kommen bei Radfahrer:innen gut an.

„Das Fahrradklima in den Metropolen verbessert sich. Hinter den Zahlen steckt die Botschaft: Fahrradförderung wirkt“, sagte die ADFC-Bundesgeschäftsführerin Ann-Kathrin Schneider auf der Pressekonferenz am 24. April 2023.

Die Kontrolle von Falschparker:innen aber bleibt in dieser Größenklasse trotz Verbesserungen mangelhaft (5,0). Sie wird von allen Fragen am schlechtesten bewertet – auch in den anderen Ortsgrößenklassen.

Insbesondere Köln, Hamburg und Frankfurt am Main verbessern sich so stark, dass ihre gesamte Größenklasse davon profitiert. Die Mainmetropole glänzt mit Bestnoten bei der Fahrradförderung, Wegweisung und Fahrradmitnahme, aber auch bei Qualität und Breite der Radwege.

In Hamburg werden die Leihräder positiv bewertet, bei Falschparkkontrollen und bei der Akzeptanz von Radfahrenden als Verkehrsteilnehmer:innen gibt es hier leichte Verbesserungen.

„Diese Akzeptanz ist für Radfahrende ein wichtiges Kriterium“, so Schneider.

Spitzenreiter bei den großen Städten

  • Bei den Städten über 500.000 Einwohner:innen liegt erneut Bremen (3,57) vorne. Frankfurt am Main (3,61) verbessert sich und verdrängt Hannover (3,63) auf Platz 3.
  • Münster (3,04) hat bei den Städten von 200.000 bis 500.000 Einwohner:innen die Nase vorne, Karlsruhe (3,09) und Freiburg im Breisgau (3,11) folgen mit geringem Abstand.
  • In der Größenklasse von 100.000 bis 200.000 Einwohner:innen liegt Erlangen (3,2) vor Göttingen (3,5) und Darmstadt (3,6), das erstmals einen vorderen Platz belegt.
  • Nordhorn (2,8), Bocholt (3,1) und Tübingen (3,1) führen die Städte von 50.000 bis 100.000 Einwohner:innen an.
  • In der Ortsgrößenklasse von 20.000 bis 50.000 Einwohner:innen siegt Baunatal mit der Note 2,5 vor Meckenheim (2,6) und Coesfeld (3,0).
  • Wettringen bekam eine 2,0 und landete in der Klasse bis 20.000 Einwohner:innen auf Platz 1 vor Reken (2,4) und Rutesheim (2,5).

Wie sind die Ergebnisse für meinen Ort? Zu den Ergebnissen

Wettringen erhält Sonderpreis zum Radfahren im ländlichen Raum

Wettringen kann sich zudem über den Sonderpreis in der Kategorie „Radfahren im ländlichen Raum“ freuen. In den fünf Zusatzfragen zum ländlichen Raum punktete Wettringen mit einer guten Erreichbarkeit der Nachbarorte, mit direkten und komfortablen Verbindungen sowie mit einer guten eigenständigen Mobilität per Rad bei Kindern und Jugendlichen.

Dabei profitiert der kleine Ort mit rund 8.300 Einwohner:innen sicherlich auch von der „Triangel“, einem Radwege-Dreieck im Kreis Steinfurt, das auf alten Bahntrassen mehrere Orte miteinander verbindet, zu denen auch Wettringen gehört.

Wettringens Bürgermeister Berthold Bültgerds freute sich sichtlich über die beiden Auszeichnungen. Er sagte, es gebe nicht das Geheimnis des Erfolgs schlechthin. Es seien die Früchte jahrzehntelanger Arbeit. Einen Radverkehrsplan gäbe es seit über zehn Jahren. 80 Kilometer Radwege, sichere Wege zum Schul- oder Sportzentrum, dass alle Bushaltestellen und der zentrale Busbahnhof mit Fahrradparkern ausgestattet sein: All das trage zum Modal Split von 32 Prozent bei. Die Pro-Kopf-Investition in den Radverkehr liege bei etwa 120 Euro pro Jahr.

 

Verkehrswende auf dem Land stockt

Auf dem Land und in kleineren Städten passiert im Gegensatz zu den Großstädten aber nicht viel für den Radverkehr, obwohl die Bedingungen zum Radfahren hier eigentlich gut sind und Potenzial vorhanden wäre. Denn: Innerhalb einer Ortschaft sind die Wege kurz und Platz ist meist auch ausreichend vorhanden – ideal fürs Radfahren. Der ÖPNV kommt in vielen Orten zu selten, um als eine Alternative zum Auto wahrgenommen zu werden.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing betonte auf der Präsentation der Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests mehrfach, dass die Umfrage des ADFC ein wichtiger Gradmesser für Fördermittel sei. Vor allem aber seien Lückenschlüsse wichtig, denn auch nur eine kurze Lücke auf einem ansonsten gut ausgebauten Radweg kann dafür sorgen, dass beispielsweise Eltern entscheiden, ihre Kinder dort nicht fahren zu lassen. Bei der Planung sollte man sich immer die Frage stellen, ob die Infrastruktur dem Sicherheitsbedürfnis der elfjährigen Laura, die Radfahren will und dem ihrer Eltern entspreche.

Wissing will Planungen entsprechend beschleunigen. Er erläutert zudem den Lehrgang „Einladende Radverkehrsnetze planen, mit dem sein Haus, Länder und Kommunen unterstützen will, weil nicht genug Fachpersonal vorhanden ist.

Die Mittel seien im Bundeshaushalt bis 2028 abgesichert, müssten aber auch abgerufen werden. Dank der Förderung durch den Bund können verlässliche Fahrradparkplätze an Bahnhöfen entstehen. Diese in Kombination mit dem Deutschland-Ticket könnten das Fahrrad im Mobilitätsmix gut einbinden.

E-Bikes sind auf dem Land besonders beliebt.
E-Bikes sind auf dem Land besonders beliebt. © ADFC/April Agentur

Elektrofahrräder haben auf dem Land Potenzial

In Deutschland leben 40 Prozent der Menschen in der beim ADFC-Fahrradklima-Test kleinsten Ortsklasse bis 20.000 Einwohner:innen. Etwa 42 Prozent der Teilnehmer:innen, die in dieser Ortsgrößenklasse leben, gaben an, hauptsächlich mit einem Elektrofahrrad zu fahren. Elektrofahrräder werden also in ländlichen Regionen stark genutzt. Insgesamt hat sich der E-Rad-Anteil in sechs Jahren fast verdreifacht (von 12 % auf 35 %).

 

Aufholer und Schlusslichter

In der Kategorie „Aufholer“ hat der ADFC die Städte und Gemeinden mit den stärksten Verbesserungen im Vergleich mit dem letzten ADFC-Fahrradklima-Test in der jeweiligen Ortsgrößenklasse ausgezeichnet. Die Aufholer sind Köln, Bonn, Koblenz, Landshut, Bad Honnef und Neuenkirchen im Kreis Steinfurt.

Schlusslichter in ihren Größenklassen sind Essen, Krefeld, Remscheid, Lüdenscheid, Kulmbach und Windhagen. Die Konzentration im Ruhrgebiet ist auffällig, während sich nur ein wenig weiter nördlich im Münsterland viele der bestplatzierten Orte befinden. Doch auch Schlusslichter haben Positives zu bieten: So hat Essen gute Noten bei der Wegweisung erhalten.

 

Aufsteiger Köln

In Köln werden die Breite der Radwege und Radfahrstreifen besser als 2020 bewertet. Bei der Frage nach der Fahrradförderung in jüngster Zeit kann sich die Stadt mit 3,3 um fast eine ganze Notenstufe verbessern (2020: 4,1). So wurde Köln in seiner Stadtgrößenklasse vom Schlusslicht 2020 zur Aufholer-Metropole.

Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität aus Köln, gab einen Einblick, was sich in der Stadt alles getan hat in den letzten Jahren: Das Projekt „Ring frei“ – ein Radfahrstreifen auf dem Theodor-Heuss-Ring mit Tempo 30 wurde umgesetzt, die Anzahl der Fahrradstraßen vervierfacht, Grünpfeile für Radfahrende eingesetzt, die Anschaffung von Lastenrädern gefördert, ein Lastenrad-Sharing initiiert, Konfliktpunkte entschärft und Radhauptnetze zumindest schon mal politisch beschlossen. Auch in die Kommunikation habe man investiert und eine Fahrradstraßen-Kampagne umgesetzt.

Darum fahren Frauen Fahrrad
Darum fahren Frauen Fahrrad © ADFC/April Agentur

Warum fahren Menschen Rad?

Gesundheit, Spaß und Sport werden am häufigsten als Motive für das Radfahren genannt, insbesondere von Männern. Frauen sind da pragmatischer: Sie erklären ihre Motivation zum Radfahren häufiger mit der Flexibilität des Fahrrads, Kosten- und Zeitersparnis sowie mit der Parksituation. Umweltfreundlichkeit ist ebenfalls ein wichtiger Grund und wird am häufigsten von Teilnehmer:innen aus den Metropolen genannt.

84 Prozent der Teilnehmer:innen sind keine ADFC-Mitglieder. Ihr Anteil liegt weiter konstant bei knapp 16 Prozent. Der Anteil der teilnehmenden Frauen steigt im Vergleich mit 2020 um einen weiteren Prozentpunkt auf 44 Prozent (2012: 37 %).

 

Das Fahrrad ist krisenfest, günstig und wird als Transportmittel beliebter

Die gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiekosten zeigen sich deutlich: 2022 gaben 49 Prozent der Teilnehmenden an, aus Kostengründen aufs Rad zu steigen (2020: 33 %). Besonders hoch sind die Steigerungszahlen bei den kleineren Ortsgrößen: So wächst der Anteil in den Orten unter 20.000 Einwohner:innen von 24 Prozent auf 43 Prozent.

Je größer die Orte sind, desto beliebter werden Lastenräder. Sie liegen im Trend und sind ein wachsendes Segment der Fahrradbranche. Das zeigt sich auch in der Umfrage: 2022 sagten 4,4 Prozent der Teilnehmenden, dass sie hauptsächlich mit dem Lastenrad fahren (2020: 3 %). Da die Transporträder Autos ersetzen, sollte der Trend durch gute und breite Radwege weiter gefördert werden, so der ADFC.

Gefahr für die Verkehrswende

Eine schlechte Infrastruktur bremst nicht nur ein Mehr an Radverkehr aus, sondern das Radfahren macht immer weniger Spaß – und das kann Menschen davon abhalten, weiter aufs Rad zu steigen.

„Diese Tendenz sehen wir mit großer Sorge. 70 Prozent fühlen sich mit dem Rad unsicher. Dennoch hat die Sicherheit nicht mehr die höchste Priorität. Radfahrende möchten vor allem als Verkehrsteilnehmer:innen akzeptiert werden und fordern breitere Radwege, um schnell und komfortabel voranzukommen. So erleichtern zum Beispiel geöffnete Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung das zügige Radfahren. Das wird positiv bewertet und zeigt, wie einfach es ist, etwas für Radfahrende zu tun“, so Ann-Kathrin Schneider.

Die steigenden Teilnahmen beim ADFC-Fahrradklima-Test beweisen: Immer mehr Menschen fahren Rad und wollen Veränderungen vor Ort. Sie erwarten gute Radfahrbedingungen und werden zunehmend kritischer, weil vor Ort zu wenig passiert.

Der ADFC-Fahrradklima-Test zeigt, wo die Unzufriedenheit liegt. Er zeigt auch, dass Kommunen, die diese Unzufriedenheit ernstnehmen und an den entsprechenden Stellschrauben drehen, mit besseren Noten belohnt werden – wie Köln, das 2020 Schlusslicht bei den Städten über 500.000 Einwohner:innen war, sich zwei Jahre später aber als Aufholer feiern kann.

aktualisiert 25.04.23

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https://www.adfc.de/artikel/adfc-fahrradklima-test-2022-die-ergebnisse

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 230.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

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  • Von welchen Vorteilen profitiere ich als ADFC-Mitglied?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Als ADFC-Mitglied profitieren Sie außerdem von umfangreichen Serviceleistungen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Unternehmen sowie Versicherungen ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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  • Wo finde ich die nächste ADFC-Vertretung in meiner Nähe und wie kann ich mitmachen?

    Mit dem ADFC-Bundesverband, den Landesverbänden und den Kreisverbänden in mehr als 450 Städten und Ortschaften in ganz Deutschland finden Sie mit Sicherheit auch in Ihrer Nähe die passende Ansprechperson. Um die 500 Ortsgruppen und Ortsverbände sind darüber hinaus für den ADFC aktiv.

    Einen besonderen Dienst leisten die vielen ehrenamtlich Engagierten im ADFC: Sie organisieren Radtouren, kommen mit Politikern ins Gespräch und tragen mit unzähligen Aktionen dazu bei, dass die Bedingungen für Rad fahrende Menschen zunehmend besser werden.

    Sie möchten erst später Mitglied werden, aber sich schon jetzt für das Radfahren engagieren? Hier bekommen Sie die Infos dazu, wie das im ADFC möglich ist.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrende auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden Sie hier.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, indem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmenden gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrende auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher bei Bedarf mit dem Auto befahren werden, vor allem, um Gegenverkehr auszuweichen und nur, wenn der Radverkehr nicht gefährdet wird. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn die Fahrenden in die Pedale treten. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

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  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung [at] bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

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