
ADFC-Radreiseanalyse 2025: Welche Fahrradtypen nutzen Radfahrende auf Reisen und Tagesausflügen? © ADFC / Marcus Gloger
ADFC-Radreiseanalyse 2025: Die Fahrradtypen nutzten Radreisende
Die ADFC-Radreiseanalyse liefert viele wertvolle Daten für Touristiker:innen. Der ADFC hat ausgewertet, mit welchen Fahrradtypen Radtourist:innen unterwegs sind und wie wichtig der Fahrradverleih vor Ort ist.
So unterschiedlich wie die Bedürfnisse an den Urlaub oder Ausflug mit dem Rad sind, so unterschiedlich sind auch die Fahrradtypen, die dabei zum Einsatz kommen. Wer nutzt besonders häufig Trekkingräder? Wer leiht sich lieber Fahrräder vor Ort aus? Wie entwickelt sich die Nutzung von Elektrorädern und was bedeutet das für den Radtourismus?
Die ADFC-Radreiseanalyse 2025 fragt diese Daten ab und der ADFC gibt Empfehlungen, wie sich die Ergebnisse für bestehende und künftige Zielgruppen nutzen lassen, um sie für radtouristische Aktivitäten zu begeistern.
Stadträder: Favoriten beim Radfahren im Urlaub
Im Urlaub, bei dem auch Rad gefahren wird, diese Aktivität aber nicht das Hauptmotiv der Reise ist, kommen am häufigsten Stadträder bzw. Citybikes zum Einsatz (42 %). Mit etwas Abstand folgen Trekkingräder (28 %) und Mountainbikes (18 %).
Im Vergleich zur vorherigen ADFC-Radreiseanalyse 2023 zeigen sich kaum Veränderungen. Die Beliebtheit der Citybikes lässt sich wahrscheinlich auch damit erklären, dass sie das häufig genutzte Mietradangebot dominieren.
Das Alltagsrad wird überwiegend für Tagesausflüge genutzt
Trekkingräder sind mit 45 Prozent der am häufigsten genutzte Fahrradtyp, der bei Tagesausflügen zum Einsatz kommt. Mit 33 Prozent folgen Stadträder. Es sind die beiden Fahrradgattungen, die auch im Alltag am meisten genutzt werden. Tagesausflüge werden also häufiger mit dem Alltagsrad gestartet, als beispielsweise Radreisen, bei denen der Anteil der Stadträder mit 13 Prozent deutlich niedriger ist. Weitere 20 Prozent nutzen Mountainbikes für Tagesausflüge.
Im Vergleich zur letzten ADFC-Radreiseanalyse 2023 nahm die Nutzung der Trekkingräder ab (2023: 39 %), während Stadträder zulegten (2023: 27 %). Bei den anderen Fahrradgattungen ergaben sich kaum Veränderungen im Vergleich zu 2023. Einen Zuwachs von rund vier Prozentpunkten gab es bei den Elektrorädern, die inzwischen 47 Prozent der Tagesausflügler:innen nutzen.
Trekkingräder: Favorit bei Radreisen
Mehr als die Hälfte der Radreisenden (54 %) nutzt bei längeren Radreisen das Trekkingrad. Stadträder sind in diesem Segment deutlich unbeliebter (13 %). Starke Veränderungen zur vorherigen ADFC-Radreiseanalyse 2023 gab es nicht – mit einer Ausnahme: Gravelbikes legten bei den Kurzreisenden um fünf Prozentpunkte zu, während die Nutzung der Mountainbikes leicht zurückging. Gravelbikes eignen sich gut für kleine Abenteuer, da man hier mit reduziertem Gepäck unterwegs ist, das man mit dem passenden Equipment platzsparend am Rad verstauen kann.
Mieträder werden vor allem von Urlaubsradler:innen genutzt
Mit 37 Prozent sind Mieträder bei Menschen am beliebtesten, die im Urlaub auch Rad fahren. Mieträder entsprechen dem multioptionalen und spontanen Reiseverhalten der Zielgruppe.
Wer hingegen auf längere Radreisen geht, nutzt zu 95 Prozent das eigene, individuell angepasste Fahrrad. Da viele Tagesausflügedirekt vor der eigenen Haustür starten, greifen nur sechs Prozent der Tagesausflügler:innen auf Mieträder zurück.
Elektroräder verändern den Radtourismus, aber anders als gedacht
Rund 45 Prozent der Kurzreisenden und der Menschen, die im Urlaub Rad fahren waren mit einem Elektrorad unterwegs. Etwas mehr (47 %) sind es bei den Tagesausflügen. Mehr als jede:r Zweite:r nutzt bei längeren Radreisen (ab 3 Übernachtungen) ein Elektrorad.
Überraschendes Ergebnis: Die Frage nach den am Tag zurückgelegten Kilometern zeigt, dass Radreisende mit Elektrofahrrädern angaben, im Durchschnitt 60,3 Kilometer pro Tag zurückzulegen. Bei den Radreisende mit klassischen Fahrrädern waren es 66,9 Kilometer pro Tag.
Dass Menschen mit Elektrorad in der Regel etwas älter sind, scheint nicht der einzige Grund für das Ergebnis zu sein. Deshalb fragt die ADFC-Radreiseanalyse 2025 nach, warum Radreisende Elektroräder nutzen. Das Ergebnis: Über 70 Prozent gaben an, mit Pedelecs längere Strecken zu fahren, für 58 Prozent kommt damit der Besuch von hügeligeren und anspruchsvolleren Regionen in Frage. Knapp die Hälfte gab an, die Umgebung mehr genießen zu können, weil das Radfahren leichter falle, und 20 Prozent sagten, sie könnten so besser mit ihrer Reisebegleitung mithalten. Jeweils rund 15 Prozent gaben an, sie hätten durch das Elektrofahrrad das das Radfahren (wieder) für sich entdeckt bzw. den Mut für einen Radurlaub gefunden.
Daraus lässt sich folgern, dass Elektrofahrräder helfen, Hürden abzubauen und den Genuss beim Radfahren in den Vordergrund zu stellen. Dass gilt es vor allem bei der Ansprache von Nicht-Radreisenden zu beachten. 50 Prozent der Gruppe kann sich eine Radreise zwar durchaus vorstellen, aber 26 Prozent von ihnen assoziieren mit Radreisen hauptsächlich Anstrengung: Sie befürchten, dass ihre Kondition nicht ausreicht, Hitze oder Streckenlänge ihnen zu schaffen macht oder möchten sich im Urlaub generell nicht körperlich betätigen.
ADFC-Empfehlungen
- Der ADFC empfiehlt eine differenzierte Kommunikation basierend auf den Bedürfnissen der unterschiedlichen Segmente und Radtypen. Beim Urlaub, in dem auch Rad gefahren wird, reichen weniger spezialisierte Räder wie Stadträder aus. Radreisende sind am liebsten mit Trekkingrädern unterwegs, da sie Gepäck transportieren möchten und ein auf sie zugeschnittenes Rad benötigen, das sie bei langen Strecken optimal voranbringt. Tagesausflüge werden häufiger mit dem Alltagsrad unternommen.
- Sichere Abstell- und Gepäckaufbewahrungsmöglichkeiten sind bei Radreisenden mit hochwertigen Fahrrädern besonders relevant. Ein Bonus sind Ladestationen für Elektroräder. Sinnvoll platziert sind diese vor allem bei POIs, Tourist-Informationen, in der Nähe von Gastronomie und in den Beherbergungsbetrieben. Radreisende sollten zudem informiert werden, wo sie gute Abstellmöglichkeiten finden.
- Attraktive Mietradangebote in der Destination spielen für multioptionale Urlaube mit Radnutzung eine Rolle. Das Angebot sollte flexibel, niedrigschwellig und digital buchbar sein. Es sollte auch die Möglichkeit bieten, neue Fahrradtypen – speziell Elektroräder – unverbindlich zu testen. Wer Radreisende ansprechen will, sollte auch spezialisierte und hochwertige Fahrräder bereitstellen und bei Streckentouren den Rücktransport organisieren.
- Fahrradfreundliche Mobilitätsketten verhelfen Radreisenden und Tagesausflügler:innen – beide Gruppen nutzen selten Mietfahrräder – zu einer stressfreien Anreise. Dafür muss es ein angemessenes Platzangebot in Zügen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln geben. Hinzukommen barrierefreie Fahrzeuge und Haltepunkte. Tourismusorganisationen sollten entsprechende Bahnhöfe kommunizieren, um die klimafreundliche Anreise und Fortbewegung innerhalb einer Destination bzw. entlang einer Route ermöglichen.
- Fokus auf Genuss und Erholung in der Angebotsgestaltung und Kommunikation legen. Um neue Zielgruppen zu erschließen, sollten Hürden und Bedenken gegenüber Radreisen abgebaut werden. Eine sichere und qualitativ hochwertige Infrastruktur ist das A und O, um Gäste zu überzeugen. Des Weiteren empfiehlt der ADFC, die Kommunikation entsprechend anzupassen und Informationen zu Gastronomie und Sehenswürdigkeiten sowie Erlebnisse und deren Inszenierung in den Vordergrund zu stellen. Elektroradfahrer:innen und potenzielle Radreisende wollen mitunter nicht „höher, schneller, weiter“, sondern „entspannter“ unterwegs sein.
Überblick der Empfehlungen
| Zielgruppe | Bevorzugte Radtypen | Besonderheiten | Empfehlungen |
| Radfahren im Urlaub | Stadträder, Mieträder | Radfahren ist nicht Hauptaktivität im Urlaub; multioptionaler Reisetyp | attraktives Mietradangebot in der Destination, d. h. leicht zu buchen, flexibel verfügbar, Möglichkeit, neue Radtypen zu testen |
| Tagesausflüge | Trekkingräder, Stadträder, (MTB) | Touren starten meistens vor der Haustür mit dem eigenen (Alltags-)Rad | hohe Oberflächenqualität macht Tagesausflüge auch für Alltagsräder erholsam |
| Radreisende ab 3 ÜN | Trekkingräder, höchster Elektroradanteil | Radnutzung ist intensiv, hohe Ansprüche an das Rad (Gepäck, Ausstattung, individuell angepasst), das eigene Rad wird deutlich bevorzugt, hoher Anspruch an die Qualität der Infrastruktur | Fahrradmitnahme im Nah- und Fernverkehr erleichtern, Kommunikation dieser Informationen sicherstellen, sichere Abstellmöglichkeiten und ggf. Lademöglichkeiten kommunizieren, Ausbau und Pflege der Wegequalität |
| Radreisende 1-2 ÜN | Trekkingräder, MTB- und Gravel-Anteil höher als bei längeren Radreisen | kürzere Aufenthaltsdauer, daher weniger Ansprüche an Gepäcktransport; eigenes Rad wird deutlich bevorzugt | Fahrradmitnahme erleichtern (häufiger im Nahverkehr),Mehrtagestouren mit Start vor der eigenen Haustür konzipieren |
| Nicht-Radreisende | fehlende Ausrüstung und Sorge vor Anstrengung sind wichtigste Hindernisse für Radreisen | Elektroräder erleichtern den Einstieg, stärkerer Fokus auf Genuss und Erholung, komfortable Rundum-Angebote anbieten, um Hürden abzubauen (z. B. Sterntouren) |











