Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

Fahrradpendeln ist beliebt

Fahrradpendeln ist beliebt. © ADFC/ Falk Richter

Aktion Radshuttle

Täglich rollen Millionen Räder über die Straßen und Radwege der Republik. Die Mobilität auf dem Fahrrad wird bereits gelebt, könnte sich aber oft viel besser anfühlen. Mit der Aktion Radshuttle kommen Pendler gut an.

Es sind nicht die großen politischen Debatten, eine gerechte Verteilung des Verkehrsraums oder Diskussionen um Emissionen, Lärm und Gesundheit, die Menschen richtig motivieren. Es ist das sichere und entspannte Radfahren. Mit der Aktion Radshuttle wollen wir zeigen, dass Radverkehrspolitik eigentlich ganz einfach ist: Es geht darum, sicher und entspannt von A nach B zu kommen. 

Aktion für Pendler

Pendler, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, haben großes Interesse daran, auf ihrem täglichen Weg die schnellste Route zu nutzen. Ein Anspruch, den offensichtlich nur Autopendler für sich in Anspruch nehmen können, denn Fahrrad-Pendlern werden verschlungene Alternativrouten durch Gebiete oder Wegenetze mit wenig Verkehr empfohlen.

Mit der Aktion „Radshuttle“ bietet der ADFC für Strecken in die Stadtzentren oder in Stadtgebiete mit vielen Arbeitsplätzen wie Gewerbegebieten mit schlechter oder nicht vorhandener Fahrrad-Infrastruktur regelmäßige Fahrten im Verband (ab 16 Teilnehmern) an. Zu einer bestimmten Uhrzeit morgens (stadteinwärts) und nachmittags/abends (stadtauswärts) wird ein Treffpunkt festgelegt, an dem sich alle Interessierten sammeln. Als gemeinsamer Verband wird die Strecke dann sicher im Mischverkehr zurückgelegt. 

Fahrradpendeln wird beliebter

Das Interesse seigt, mit dem Fahrrad zu pendeln. Das zeigt nicht nur die erfolgreiche Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“ vom ADFC und der Gesundheitskasse AOK. Auch Elektrofahrräder, fahrradfreundliche Betriebe mit Duschen, Abstellplätzen, Umkleiden oder Dienstradangeboten oder das steigende Gesundheitsbewusstsein tragen dazu bei.

Aber auch durch die täglichen Staus, die nervige Parkplatzsuche und die Zeitersparnis durch das Radfahren bekommt das Fahrrad für Pendler einen neuen Stellenwert. Allerdings sind im urbanen Raum, in dem Radschnellwege noch in weiter Ferne liegen, die Bedingungen für Fahrradpendler oft schlecht. 

Die Sommermonate zeigen viel zu oft, dass selbst die mangelhafte Radverkehrsinfrastruktur nicht ausreicht, um allen Radfahrenden genügend Platz zu bieten und dafür zu sorgen, dass alle Radpendler schnell und sicher zur Arbeit kommen.

Fahren im geschlossenen Verband

§ 27 der Straßenverkehrsordnung erlaubt, dass mehr als 15 Fahrradfahrer einen geschlossenen Verband bilden dürfen. In dem Fall hat der Verband die gleichen Rechte wie ein Fahrzeug: Radfahrende im Verband dürfen die Fahrzeugspur benutzen – die Radwegbenutzungspflicht §2 (4) StVO ist aufgehoben. 

Im Verband dürfen Radfahrende nebeneinander fahren. Der gesamte Zug darf über eine rote Ampel fahren, solange die erste Person, die den Verband anführt, noch bei Grün gefahren ist. Der Verband ist wie ein langes Fahrzeug zu verstehen. 

Eine solche Verbandsfahrt ist keine Demonstration oder Veranstaltung, sondern eine Auslegung der StVO. Um sicherzustellen, dass Behörden die Aktion nicht kurzfristig verbieten, sollte in der Planung und Kommunikation beachtet werden, dass es sich lediglich um ein Service für Pendler auf ihrem Arbeitsweg handelt und nicht um eine Demonstration. Die Aktion wird nicht durch Plakate, Flyer oder gar Infostände bekannt gemacht. 

alle Themen anzeigen

Werde ADFC-Mitglied!

Unterstütze den ADFC und die Rad-Lobby, werde Mitglied und nutze exklusive Vorteile!

  • exklusive deutschlandweite Pannenhilfe
  • exklusives Mitgliedermagazin als E-Paper
  • Rechtsschutzversicherung
  • Vorteile bei vielen Kooperationspartnern
  • und vieles mehr

Dein Mitgliedsbeitrag macht den ADFC stark!

Zum Beitrittsformular

Verwandte Themen

5 Minuten Ruhe im lauten Straßenverkehr

ADFC-Aktion: 5 Minuten Ruhe

Radverkehrspolitik braucht einen größeren Stellenwert, um die derzeitigen Umstände auf den Straßen wie Stress und Lärm…

Haftung bei Schäden

Haftung bei Schäden

Haben Kinder an einem parkenden Auto Schaden verursacht oder sind durch einen Unfall mit einem Pkw Schäden entstanden,…

Ein grpßer Saal mit 140 Menschen an Tischreihen, die zur Bühne blicken, wo Boris von Heesen einen Vortrag hält.

45. ADFC-Bundeshauptversammlung wählt Doppelspitze

Mitte November 2025 kamen 140 Delegierte aus 16 ADFC-Landesverbänden zusammen. Zum ersten Mal wählten sie eine…

Geschützter Radfahrstreifen in Darmstadt Rheinstraße.

Geschützte Radfahrstreifen - Protected Bike Lanes

Mit geschützten Radfahrstreifen können schnell und kostengünstig attraktive Wege für den Radverkehr geschaffen werden.…

Im Bild (v.l.n.r.): Dagmar Thume (Fahrradaktivistin), Hanna Gersmann (Journalistin), Felix Weisbrich (Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg), Claus Ruhe Madsen (Oberbürgermeister von Rostock), Rebecca Peters (ADFC-Bundesvorstand, zugeschaltet)

#Radnetz21: ADFC-Parlamentarischer Abend zu Qualitätsradwegen für Deutschland

Der Bund hat im Rahmen des 2019 verabschiedeten Klimapakets Gelder für Qualitätsradwege bereitgestellt. Doch wie sollen…

Fahrradampel

Verkehrsregeln für Radfahrende

Das Fahrrad ist ein Fahrzeug – Radfahrende haben alle Rechte und Pflichten wie andere Fahrzeugführende auch. Der ADFC…

Pop-up-Radweg in Berlin-Friedrichshain

Rechtsrahmen für Pop-up-Radwege geprüft

Die wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags haben die rechtliche Grundlage für das Einrichten von…

Fahrradstraße mit Anliegerregelung

StVO-Novelle: Steckbrief Fahrradstraßen und modale Filter

Die neue StVO erleichtert das Einrichten von Fahrradstraßen. Kommunen müssen nun keine besondere örtliche Gefahrenlage…

Peabody Place in Memphis

ADFC-Workshop beleuchtet Beteiligungspraxis weltweit

Im Rahmen des ADFC-Projekts InnoRADQuick gaben Referent*innen aus dem In- und Ausland bei einem digitalen Workshop…

https://www.adfc.de/artikel/aktion-radshuttle

Bleiben Sie in Kontakt