Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

Aufnahme eines Reifens frontal, Fahrrad verschwommen im Hintergrund.

Im Fokus: Die Reifen. © ADFC

Die Reifen-Prüfung

Fast 1.000 Kilometer sind geschafft, das Rad aus dem Baumarkt hat seinen ersten Winter überstanden. Nicht ganz ohne Spuren, die sich vor allem an den Reifen zeigen.

Der vergangene Winter war sehr mild, die Belastung durch Streusalz entsprechend gering. Die im letzten Beitrag erwähnten Rostspuren haben sich daher nicht ausgeweitet.

Kettenverschleiß fortgeschritten

Bei der Kette sind allerdings Verschleißerscheinungen sichtbar: Sie ist bereits deutlich gelängt, wenn auch noch im grünen Bereich. Dennoch überrascht es, dass die Kettenmesslehre einen bereits fortgeschrittenen Verschleiß anzeigt.

Voraussichtlich wird die Verschleißgrenze erreicht, bevor 2.000 Kilometer gefahren wurden, das wäre eine recht enttäuschende Leistung.

Ständer muss getauscht werden

Der bereits angeschlagene Seitenständer bietet nun auch ohne Beladung keinen sicheren Stand mehr und wird gegen einen Hinterbauständer ausgetauscht. Die Verbindungsplatte, die am Rahmen montiert wird, ist schlicht zu schwach dimensioniert und biegt sich immer weiter auf.

 

Reifen mit Alterungserscheinungen

Das Gummi von Fahrradreifen wird mit der Zeit spröde und rissig. Viele Reifen werden nicht wegen abgefahrener Laufflächen gewechselt, sondern weil das Gummi so brüchig geworden ist, dass das tragende Gewebe darunter nicht mehr geschützt ist. Das ist normal.

Nicht normal ist allerdings, dass solche Alterungsspuren bereits nach wenigen Monaten so deutlich sichtbar sind wie am Camax. Risse sind an den Reifenflanken und in den Profilvertiefungen deutlich erkennbar. Die Laufflächen dagegen sind nur normal verschlissen.

Lange Lagerung

Wahrscheinlich wurden die Reifen schon länger und unter ungünstigen Umständen gelagert, bevor sie an dem Rad montiert wurden, sonst sind diese Schäden kaum zu erklären.

Bei zunehmender UV-Strahlung im Frühjahr und Sommer, die das Gummi zusätzlich schwächt, wird sich das Problem verschlimmern. Daher steht in Kürze ein Reifentausch an – viel zu früh für ein so junges Rad.

Aber wenn man die Reifen weiterfährt, steigt das Risiko für einen Platten deutlich an, da das Gummi weniger Widerstand gegen Durchstiche bietet und sich Fremdkörper schnell durch die Risse und durch die Karkasse arbeiten können.

Die verwendeten Reifen sind ohnehin nicht mit einem Pannenschutz ausgerüstet. Daher bietet der notwendige Tausch eine gute Gelegenheit, die Pannensicherheit zu erhöhen.

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