Das digitale ADFC-Symposium wurde aus einem Studio mit zugeschalteten Expert*innen übertragen. Moderatorin Janine Steeger (vorne) führte durch das Programm. Im Hintergund zu sehen: Oben von links nach rechts Clyde Loakes (London), Silvia Casorrán (Barcelona), Jennifer Toole (Maryland). Unten von links: Daniel Zöhler (Bocholt), Martin Hikel (Berlin, verdeckt)

Das digitale ADFC-Symposium wurde aus einem Studio mit zugeschalteten Expert*innen übertragen. Moderatorin Janine Steeger (vorne) führte durch das Programm. Im Hintergund zu sehen: Oben von links nach rechts Clyde Loakes (London), Silvia Casorrán (Barcelona), Jennifer Toole (Maryland). Unten von links: Daniel Zöhler (Bocholt), Martin Hikel (Berlin, verdeckt) © ADFC/Christin Stein

Erfolgreiches ADFC-Symposium zum Projekt InnoRAD

 

Ein digitales internationales Symposium präsentierte die Ergebnisse des InnoRAD-Projektes, das zwei Jahre lang internationale Beispiele für innovative und auf Deutschland übertragbare Radverkehrs-Infrastruktur gesammelt hat.

 

Aufgrund der SARS-CoV-Pandemie konnte das Symposium nicht wie gewohnt als Präsenzveranstaltung stattfinden. Daher stellte der ADFC eine umfangreiche digitale Konferenz auf die Beine, an der zahlreiche nationale wie internationale Expert*innen teilnahmen.

In der Spitze schalteten über 1.000 Zuschauer*innen die Internetübertragung des ADFC-Symposiums unter dem Titel „Innovationen für den Radverkehr – Internationale Best Practices für lebenswerte Städte“ ein. Das zeigte, wie groß das Interesse an dem Thema ist, an dem die Projektgruppe des ADFC mit Förderung durch das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zwei Jahre lang gearbeitet hat.

Der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg begrüßte die Teilnehmer*innen zu Beginn und freute sich über die große Resonanz aus Politik, Kommunen, Fahrradbranche, Wissenschaft und Planung. „Aus meiner Sicht steht die Verkehrswende vor der Tür und wir werden heute einen weiteren Baustein dafür liefern“, sagte Syberg. Der ADFC habe schon immer international nach guten Beispielen für Fahrradinfrastruktur gesucht und nach Deutschland gebracht. Das Rad müsse nicht neu erfunden werden. Die gesammelten Beispiele seien bis auf wenige Details auf Deutschland anwendbar, so Syberg weiter.

Grußwort der Bundesumweltministerin

„Radfahren ist wunderbar“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu Beginn ihres Grußwortes. Das A und O für mehr Radverkehr sei mehr Sicherheit. Von mehr Radverkehr profitierten am Ende alle – auch Autofahrer*innen, die weniger im Stau stehen würden. „Ich freue mich auch, dass der ADFC dazu die Debatte angestoßen hat“, sagte sie und lobte den ADFC als langjährigen verlässlichen Partner.

Ein weiteres Grußwort kam aus Paris von Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die energisch die Vorteile des Fahrrads für den Stadtverkehr, aber auch die positiven sozialen Aspekte hervorhob und versicherte, dass die Stadt Paris sich weiter für eine Fahrradrevolution engagieren werde.

Im Anschluss schilderte Christophe Najdovsky, der Vizebürgermeister für Verkehr und öffentlichen Raum in Paris, mit welchen Maßnahmen der Radverkehr in der französischen Hauptstadt gestärkt wurde. Dazu gehörten die Sperrung der Seineuferstraße für Kraftfahrzeuge und eine Neuaufteilung des Straßenraums auf wichtigen Routen zugunsten von Fußgänger- und Radfahrer*innen. Trotz oder gerade wegen der Radikalität des Umbaus wurde Hidalgo als Bürgermeisterin wiedergewählt – ihr Engagement für mehr Radverkehr hat ihr also nicht geschadet.

Konkrete Beispiele – international und aus Deutschland

Danach stellte die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitglied des Projektteams beim ADFC, Melissa Gómez, das Projekt „InnoRAD – Innovative Radverkehrslösungen auf Deutschland übertragen“ vor. Sie fasste die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, dazu zählt vor allem auch: Alle Beispiele sind in Deutschland umsetzbar. Dort, wo sie angewendet werden, haben sie positive Effekte über die Verkehrswirkung hinaus – nicht nur verringert sich der Autoverkehr, auch das soziale Leben gewinnt an Qualität. Im Vorfeld solcher Umbaumaßnahmen ist aber eine Beteiligung der Bürger*innen ungemein wichtig für die Akzeptanz.

In zwei Kanälen wurden internationale Leuchtturmprojekte und deutsche Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Referent*innen aus London, Barcelona, Bogotá und den USA berichteten über internationale Beispiele.

Mini-Hollands in London

Clyde Loakes, Stadtrat im Bezirk Waltham Forest in London präsentiert die Mini-Hollands, also infrastrukturelle Änderungen nach holländischem Vorbild, in drei Londoner Bezirken. Die Fahrradfreundlichkeit stieg dort durch die Umbaumaßnahmen enorm und weckte Lust in den Menschen, sich in den Sattel zu schwingen. Das Radfahren wurde sicherer, leichter und damit auch attraktiver für die Bewohner*innen der Mini-Hollands-Bezirke.

Zu den Maßnahmen zählen Verkehrsberuhigung in den Wohnvierteln durch neue Verkehrsregeln und modale Filter, Fahrradboxen zum sicheren und trockenen Abstellen von Fahrrädern, das Einführen von Spazierstraßen und Fußgängerzonen. Der Fokus der Verkehrsberuhigung lag insbesondere auf den Bereichen rund um Schulen, sodass Kinder sicher zur Schule radeln können.

Superblocks in Barcelona

Das Modell der Superblocks in Barcelona wurde von Silvia Casorrán vom Nachbarschaftsverein Poblenou erläutert. Mehrere Wohnblöcke werden in einen Superblock zusammengefasst. Innerhalb des Superblocks wird der Verkehr drastisch beruhigt. Viele der ehemaligen Fahrbahnen werden dann zu Plätzen zum Verweilen, zu Radwegen, Grünflächen und Spielplätzen umgewandelt.

Nach anfänglicher Skepsis merken die Bewohner*innen die Vorteile der Umwidmung von Flächen und akzeptieren die Änderungen. Sport, Spielplätze, Konzerte, Entspannung, Grünflächen: Das gehört nun alles zu Superblöcken. Casorrán: „Wir wünschen uns dieses Modell auch in anderen Städten und wollen als Ansporn dienen. Das ist unsere Mission, weil Leute zufriedener und glücklicher leben – ohne Stress durch Verkehrslärm und gesünder ohne schlechte Luft.“

Ciclovia in Bogotá

Anschließen stellte Laura Bahamón, die Fahrradmanagerin der Stadt Bogotá in Kolumbien, die Ciclovía vor: Sie ist die größte öffentliche Veranstaltung in Bogotá und beweist, dass öffentlicher Raum und die Straßen für andere Zwecke benutzt werden können, wenn auch temporär. In Bogotá gehören jeden Sonn- und Feiertag 127 km Straßenraum den Radfahrenden und Fußgänger*innen. Fast zwei Millionen Menschen nutzen regelmäßig die Gelegenheit und fahren Rad, gehen spazieren und genießen Kultur an zahlreichen Ständen und Bühnen.

Schnellausbaumethoden in den USA

Jennifer Toole, Präsidentin von Toole Design aus Maryland in den USA, berichtete darüber, wie man in einem autozentrierten Land wie den USA zügig Radverkehrsinfrastruktur realisieren kann. So konnte beispielsweise das Radwegenetz in New Orleans innerhalb von zwei, statt wie ansonsten üblicherweise zehn Jahren, von zehn auf über 100 Meilen ausgebaut werden. Toole nennt das Vorgehen Quick build - eine Art Fertigbauweise mit vorher definierten Standards, die schnell umzusetzen sind. Gleichzeitig ist Flexibilität gefragt, damit Perfektionismus den Maßnahmen nicht im Weg steht. Auch sei die Reaktion der Menschen häufig erst negativ, bevor sich das Meinungsbild ins Positive verändere.

Auf dem anderen Kanal wurden Maßnahmen aus Bremen, Berlin und Bocholt besprochen. Ebenfalls wurde das Projekt MUV – Maßnahmen zur Umwidmung von Verkehrsflächen des Umweltbundesamtes vorgestellt, das neben Beispielen für Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur auch deren Auswirkungen auf Verkehr und Lebensqualität.

Fahrradzone in Bremen

Ronny Meyer, Staatsrat für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität der Hansestadt Bremen, erläuterte Deutschlands erste Fahrradzone. In einem ganzen Quartier wurde Verkehr neu gedacht und ein Katalog mit zehn Maßnahmen erarbeitet, die einzeln zwar nicht neu sind, aber konsequent in ihrer Gesamtheit umgesetzt wurden. Das reicht von der Einrichtung von Fahrradstraßen, Glättung von Oberflächen, Querungshilfen über Hauptstraßen bis hin zum Anschluss an Fahrrad-Premiumrouten. Mittlerweile wird das Konzept bereits auf ein zweites Quartier übertragen.

Das Projekt MUV

Ein InnoRAD ähnliches Projekt stellte Benjamin Heldt vom DLR – Institut für Verkehrsforschung vor. „Maßnahmen zur Umwidmung von Verkehrsflächen“ hat zum Ziel, Kommunen einen Handlungsleitfaden an die Hand zu geben, wie eine Umgestaltung öffentlicher Räume zugunsten aktiver Mobilitätsformen und eine Stärkung des gesamten Umweltverbunds gelingen kann. Dafür werden Beispiele gesucht und deren Auswirkungen wissenschaftlich untersucht.

Umgestaltungsprozess in Berlin-Neukölln

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel, schilderte, wie sein Bezirk, in dem 330.000 Menschen aus 160 Nationen leben, die Umsetzung von fahradfreundlichen Maßnahmen anpackt. Die Verkehsberuhigung wird mit einem Maßnahmenmix erzielt, in dem vor allem modale Filter wie Poller eine wichtige Rolle spielen. Aber auch geschützte Radfahrspuren an Hauptverkehrsstraßen wurden installiert. Dazu kommen kleinere, aber wirksame Maßnahmen: So wurden in Kreuzungsbereichen Fahrradbügel aufgestellt, um Falschparken zu verhindern.

Durchgängiges Fahrradnetz in Bocholt

Daniel Zöhler, Stadtbaurat in Bocholt, berichtete darüber, wie die Stadt das gute Niveau ihrer Fahrradinfrastruktur weiter heben will. In Bocholt wird bereits viel Rad gefahren. trotzdem soll der Radverkehrsanteil weiter gesteigert werden, indem das Fahrradwegenetz ausgebaut wird und Lücken geschlossen werden. Dazu gehören auch große Infrastrukturprojekte wie eine versunkene Brücke, um unter einer Hauptverkehrsstraße hindurchfahren zu können, sowie die Podiumsbrücke über die Aa, was für eine Stadt mit 75.000 Einwohnern eine enorme Investition ist.

Probleme ähneln sich

Beim folgenden Austausch mit den Referent*innen konnten Teilnehmer*innen über eine Chatfunktion Fragen stellen. Diese drehten sich vor allem um mögliche Probleme, innovative Radverkehrsinfrastruktur zu etablieren und wie man sie überwindet.

Die Voraussetzungen dafür sind offenbar international ähnlich: Politischer Wille, eine frühzeitige Einbeziehung der Anwohner*innen und Geschäftsleute und ausreichend Ressourcen für die Planung sind wichtige Eckpunkte. Ebenso wünschen sich Planer*innen häufig mehr Beinfreiheit, die die Straßenverkehrsordnung nur in engen Grenzen bietet.

In der abschließenden Expertenrunde mit Ingmar Streese, Staatssekretär für Verkehr des Landes Berlin, Ronny Meyer, Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg, Prof. Dr. Jana Kühl von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Wolfenbüttel sowie Rebecca Peters, stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende, wurden die Themen weiter vertieft.

Als Hindernisse wurden häufig der emotionale Widerstand gegen den Wegfall von Parkplätzen und der Mangel an Verkehrsplaner*innen genannt. Die Perspektive des Handels brachte Nils Busch-Petersen ein, der auch über missglückte Maßnahmen zur Zurückdrängung des Autoverkehrs berichten konnte, aber betonte, dass der Handel unbedingt offen sei für gute Ideen, da sich die Einzelhandelslandschaft im Umbruch befinde.

Zum Abschluss erinnerte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork an das erste von mittlerweile fünf internationalen Symposien des ADFC. Dort waren zum ersten Mal die Pop-up-Bikelanes als schnell umsetzbare und wirksame, experimentelle Radverkehrsinfrastruktur vorgestellt worden. Heute sind diese Anlagen schon vielfach Realität in Deutschland – wenn die an diesem Tag vorgestellte Infrastruktur sich in vier, fünf Jahren auch auf deutschen Straßen wiederfinden würde, wäre das ein großer Erfolg, so Stork.

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt. Die Aufzeichnung des Symposiums ist auf dem ADFC-Youtube-Kanal zu sehen.

 

Verwandte Themen

Beschädigter Radweg

Schlaglöcher bergen Gefahren

Nach der Schneeschmelze kommt das Schlagloch: Auch Fuß- und Radwege können Schäden davontragen. Der ADFC fordert Städte…

Rennräder sind Sportgeräte und auf Geschwindigkeit optimiert.

ADFC-Leitfaden Rennradtourismus

Rennradtourismus ist ein neues Segment im Deutschlandtourismus. Der ADFC liefert Empfehlungen dazu.

ADFC Bremen Parking Day

Aktion: Park(ing) Day

Wie wäre es weniger Autoparkplätzen? Das fragt die Aktion "Park(ing) Day". Im Rahmen der ADFC-Kampagne "Fahrradland…

Herbstempfang_September 2016 (c) Sebastian Bolesch

Herbstempfang 2016: Mobilität 4.0 und die Zukunft des Fahrrads

Rund 200 Gäste aus Politik, Fahrradbranche und Start-Up-Szene konnte der ADFC am 21. September zu einem Herbstempfang in…

Radtour durch die Stadt

Städtetouren

Hier ein Café, da eine Sehenswürdigkeit, um die Ecke ein spannendes Museum oder ein angesagter Trödelmarkt: Städte haben…

Radgesetz Berlin

Volksentscheid Fahrrad

Es ist vollbracht: Ende Juni 2018 hat das Berliner Abgeordnetenhaus das erste Mobilitätsgesetz Deutschlands…

Navigation per Touchscreen am Lenker

Trends der Outdoor-Navigation

Ob Smartphones, Apps oder GPS-Geräte: Die Möglichkeiten der Navigation sind vielfältig und wachsen ständig,…

Pop-up-Bike-Lane ADFC Köln

ADFC-Aktion: Pop-up-Bike-Lane

Eine Pop-up-Bike-Lane taucht plötzlich auf und vermittelt für ein paar Stunden ein Bild davon, wie Rad fahrende Menschen…

Fahrradfahren im täglichen Verkehr

Qualitätsanforderungen für Radwegenetze

Folge der autogerechten Stadtgestaltung: Der Rad- und Fußverkehr muss sich mit schmalen Restflächen begnügen. Der ADFC…

https://www.adfc.de/artikel/erfolgreiches-adfc-symposium-zum-projekt-innorad

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 200.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Für Sie hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Unternehmen sowie Versicherungen und Ökostrom-Unternehmen ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

    weiterlesen

  • Wo finde ich die nächste ADFC-Vertretung in meiner Nähe und wie kann ich mitmachen?

    Mit dem ADFC-Bundesverband, den Landesverbänden und den Kreisverbänden in mehr als 450 Städten und Ortschaften in ganz Deutschland finden Sie mit Sicherheit auch in Ihrer Nähe die passende Ansprechperson. Um die 400 Ortsgruppen und Ortsverbände sind darüber hinaus für den ADFC aktiv.

    Einen besonderen Dienst leisten die vielen ehrenamtlich Engagierten im ADFC: Sie organisieren Radtouren, kommen mit Politikern ins Gespräch und tragen mit unzähligen Aktionen dazu bei, dass die Bedingungen für Rad fahrende Menschen zunehmend besser werden.

    Sie möchten erst später Mitglied werden, aber sich schon jetzt für das Radfahren engagieren? Hier bekommen Sie die Infos dazu, wie das im ADFC möglich ist.

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrende auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden Sie hier.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, indem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmenden gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrende auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn die Fahrenden in die Pedale treten. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

    weiterlesen

  • Wo bekomme ich Radkarten?

    Mit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.

  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt