Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

Radentscheid Kassel

In den Städten mit Radentscheiden wurden diese maßgeblich von ADFC-Mitgliedern (mit)entwickelt. © Radentscheid Kassel/ Engelmann

Position des Vorstands zu Radentscheiden

Der ADFC-Bundesvorstand begrüßt die Dynamik, mit der das Thema Radverkehr in immer mehr Städten Fahrt aufnimmt.

Radentscheide, seien es Bürgerentscheide, Bürgerbegehren oder Forderungen nach einem Radgesetz, sind ein sehr gutes Mittel, um auf demokratische Weise das Thema Radverkehr auf die politische Agenda zu setzen.

Der ADFC-Bundesverband möchte Gliederungen in allen Städten und Kommunen, bei denen das Thema Radverkehrsförderung in Politik und Verwaltung auf taube Ohren stößt, ermuntern diese Mittel zu ergreifen und die Chancen für eine Neubelebung des Themas wahrzunehmen.

Radentscheid und Co. sind neben anderen ein demokratisches Mittel der Lobbyarbeit, derer wir uns als ADFC – sei es alleine, sei es gemeinsam mit anderen – freimütig und souverän bedienen sollten.

Dabei muss klar sein: Radentscheide stehen nicht in Konkurrenz zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik. In vielen Fällen ist es sogar notwendig, den Druck auf der Straße aufzubauen und öffentlichkeitswirksam zu nutzen, um das Thema überhaupt politisch auf die Agenda zu setzen.

Auch Verwaltungen können die Legitimation durch eine starke öffentliche Unterstützung gut gebrauchen, wollen sie Maßnahmen verwirklichen, die über die üblichen, meist schlechten Kompromisslösungen hinausgehen. Die bisherige Erfahrung zeigt eindeutig: Politiker*innen verlieren nicht das Vertrauen in den ADFC, nur weil dieser gesetzlich vorgesehene Formen der demokratischen Willensbildung nutzt. Im Gegenteil: Der örtliche ADFC erhält dadurch ein viel stärkeres Gewicht und wird viel ernster genommen, gerade angesichts seiner Expertise.

In den Städten mit Radentscheiden wurden diese maßgeblich von ADFC-Mitgliedern (mit)entwickelt und in den allermeisten Fällen auch offiziell und logistisch durch den ADFC mitgetragen. Als der weltweit größte Radverkehrsverband mit Strukturen in über 430 Städten, 16 Landesverbänden und einem Bundesverband ist der ADFC ideal aufgestellt, um sowohl die nötige Fachexpertise, als auch die Strukturen vor Ort für solche Vorhaben bereitzustellen. Wie bei allen Initiativen für eine Verkehrswende aus Sicht der Fahrrad fahrenden Menschen schulden wir unseren Mitgliedern, dass wir hier jeweils eine prominente Stelle einnehmen. Auch dafür zahlen Mitglieder ihre Beiträge, wie wir aus den Umfragen wissen.

Wir wollen eine breite Bewegung in der Bevölkerung für bessere Städte, für Sicherheit auf den Straßen und vor allem für viel mehr Radverkehr. Radentscheide können dazu ein wichtiger Baustein sein – gerade angesichts der traurigen Bilanz der letzten Bundesregierung, die die notwendigen Weichen für die Verkehrswende nicht zu stellen vermochte.

Verwandte Themen

Radverkehr in Amsterdam.

In neun Schritten zur Fahrradkommune

Auch eine Kommune, die bisher noch nichts oder nur sehr wenig für den Radverkehr getan hat, kann zur Fahrradstadt oder…

Gründung des Parlamentskreises Fahrrad am 10.10.2018 in Berlin: Die ersten Mitglieder und Gratulanten.

Parlamentarischer Abend „Faktor Fahrrad: Wirtschaftskraft und Lebensqualität“

Die Fahrrad- und Branchenverbände ZIV, VSF und ADFC luden am 10. Oktober 2018 zum gemeinsamen Parlamentarischen Abend…

ADFC: Parlamentarischer Abend

Mehr Fahrrad wagen – Parlamentarischer Abend des ADFC

Wie kann der fahrradfreundliche Wandel von Städten und Regionen schneller gelingen? Um diese Frage mit Politiker*innen…

Karl-Ludwig Kelber (re.) präsentierte mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (li.) die Fahrradstraße, die mit der Fahrradnovelle der StVO 1997 eingeführt wurde.

Verkehrswende: seit mehr als 30 Jahren aktuell

Am 9. Juni 1989 hielt der damalige ADFC-Bundesvorsitzende Karl-Ludwig Kelber eine Festrede im Bremer Rathaus, in der er …

Poolnudel-Aktion Bundesgeschäftsstelle

ADFC-Kampagne #MehrPlatzFürsRad

Die bundesweite ADFC-Kampagne #MehrPlatzFürsRad hat ab 2019 auf das Platzproblem auf deutschen Straßen aufmerksam…

Pop-up-Radfahrstreifen in Berlin-Kreuzberg im Frühjahr 2020.

So werden Verwaltungen agiler und handlungsfähiger

Felix Weisbrich, Leiter des Straßen- und Grünflächenamts in Friedrichshain-Kreuzberg, setzt sich mit agilen…

Mädchen auf dem Schulweg per Fahrrad

71 Prozent für bessere Schulradwege

Viele Menschen empfinden Schulwege als unsicher. Fast alle Bundesbürger:innen befürworten daher Maßnahmen, um mehr…

5 Minuten Ruhe im lauten Straßenverkehr

ADFC-Aktion: 5 Minuten Ruhe

Radverkehrspolitik braucht einen größeren Stellenwert, um die derzeitigen Umstände auf den Straßen wie Stress und Lärm…

Radentscheid Kassel

Radentscheid Kassel

In immer mehr Städten in Deutschland schließen sich Menschen in sogenannten Radentscheiden zusammen. In Kassel setzen…

https://www.adfc.de/artikel/position-des-vorstands-zu-radentscheiden

Bleiben Sie in Kontakt