Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC)

ADFC-Symposium Fahrradland Deutschland. Jetzt! Martha Roskowski (People for Bikes, USA) erläutert Radfahrer-Zielgruppen.

ADFC-Symposium Fahrradland Deutschland. Jetzt! Martha Roskowski (People for Bikes, USA) erläutert Radfahrer-Zielgruppen. © ADFC/ Bauer

ADFC-Symposium 2016: Fahrradland Deutschland. Jetzt!

Mehr Radverkehr in Deutschland, für eine erfolgreiche Verkehrswende und lebenswerte Städte: Diese Botschaft stand im Zentrum des Symposiums "Fahrradland Deutschland. Jetzt!" am 11. November 2016 in Mannheim.

Im Vorfeld der ADFC-Bundeshauptversammlung folgten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung des ADFC in das Technoseum, dem baden-württembergischen Landesmuseum für Technik und Arbeit, wo zeitgleich auch die große Jubiläumsschau „200 Jahre Fahrrad“ eröffnet wurde.

Ziel des ADFC-Symposiums war es, mit beeindruckenden internationalen Beispielen deutlich mehr Schwung in die fahrradfreundliche Umgestaltung der deutschen Städte zu bringen.

Radverkehr für alle Zielgruppen möglich machen

Bereits zur Eröffnung machte Philippe Crist, beim International Transport Forum der OECD u.a. für Innovationen im Stadtverkehr zuständig und selber begeisterter Radfahrer, per Video-Botschaft die globale Bedeutung des Radverkehrs für die urbane Mobilität der Zukunft klar.

Er verdeutlichte,  dass Metropolen weltweit effiziente Verkehrssysteme brauchen – und kein Verkehrsmittel ist so flächensparsam, verlässlich und gleichzeitig gesund wie der Radverkehr. Crist: „Radfahren ist für jene, die Wichtiges zu tun haben und es sich nicht leisten können, zu spät zu kommen“.

Video: ADFC Symposium 2016 | Radfahren global: Voneinander lernen | Philippe Crist

Attraktive und sichere Radverkehrsinfrastruktur für alle Zielgruppen – dieser Ansatz wird in verschiedenen Metropolen verfolgt und wurde von Martha Roskowski (Vizepräsidentin People for Bikes, USA) und Saskia Kluit (Geschäftsführerin Fietsersbond, Niederlande) präsentiert. Insbesondere mit den „Protected Bike Lanes“ ist heute ein neuer „Gold-Standard“ für Infrastruktur verfügbar, der sich auf viele Straßen und Städte übertragen lässt.

Die präsentierten internationalen Beispiele zeigen: Es braucht mehr sichere und zügig zu befahrene Radverkehrs-Infrastruktur gerade dort, wo sie besonders schwierig umzusetzen sind, etwa an Hauptverkehrsstraßen. Der Lohn für diese harte politische Arbeit: Radfahren wird so attraktiv und normal, dass ganz neue Bevölkerungsgruppen aufs Rad umsteigen.

In den folgenden Kurzpräsentationen aus Köln, der Region Rhein-Neckar und Baden-Württemberg wurden aktuelle Entwicklungen – Fortschritte wie Hemmnisse – vorgestellt. Positiv aufgefallen sind besonders die ersten Schritte zur fahrradfreundlichen Umgestaltung der Kölner Innenstadt, das praktische Know-How zur interkommunalen Planung eines Radschnellwegs und die Systematik der Landes-Radverkehrsförderung im Südwesten.

Trotzdem reichen aus Sicht des ADFC das Tempo bei der Umsetzung und die geplanten Infrastrukturen in Deutschland bei Weitem noch nicht aus. Denn die Veranstaltung machte deutlich: Nur massive Investitionen in einen deutlich hochwertigeren Radverkehr bringen den gewünschten Erfolg! Diese Problematik wird der ADFC im Bundestagswahlkampf auch an die Parteien herantragen.

Video: ADFC Symposium 2016 | Fahrradland Deutschland. Jetzt! | Highlightvideo

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